Porsche auf Automobilsalon Genf 1998

Neues, leistungsstarkes Cabriolet mit vollversenkbarem Dach. Hardtop serienmäßig. Das Öffnen bzw. Schließen des Stoffdaches erfolgt in nur 20 Sekunden elektrohydraulisch. Dieses Cabriolet ist wegweisend in der aktiven und passiven Sicherheit. Zwei Überrollbügel (hinter den Rücksitzen versteckt) werden über einen Neigungssensor per Federdruck ausgelöst, wenn ein Überschlag droht. Porsche hat als einziger Hersteller Cabrio-taugliche Seiten-Airbags im Angebot, die auch den Kopf des Fahrers und Beifahrers schützen. In der Motor- und Fahrwerkstechnik entspricht das Cabriolet dem Coupé.

Neues Coupé mit größerer Karosserie, komplette Neukonstruktion mit wassergekühltem Sechszylinder-Boxermotor hinter der Hinterachse, 3,4 Liter Hubraum, 300 PS (221 kW) ei 6.800/min, maximales Drehmoment 350 Newtonmeter bei 4.600/min, Sechsganggetriebe oder Fünfgangautomatik. Karosserie mit geringerem Luftwiderstand und mehr Kofferraum, Fahrwerk mit neuer Vorderachse und weiter verbesserter Multilink-Hinterachse. Mit 1.320 Kilogramm Leergewicht 50 kg leichter als der Vorgänger. Porsche Communication Management als High-Tech Mehrausstattung.

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Porsche Boxster

Mittelmotor-Roadster, seit 1996 im Programm, wassergekühlter Sechszylinder-Boxermotor vor der Hinterachse, 2,5 Liter Hubraum, 204 PS (150 kW) bei 6.200/min, maximales Drehmoment 245 Newtonmeter bei 4.500/min. Fünfganggetriebe oder Fünfgangautomatik Tiptronic S. Aufwertungspakete ’Trend‘ und ’Sport Design‘, hochwertige Mehrausstattungen wie Carrera.

Das neue Porsche 911 Carrera Cabriolet

Auf dem Genfer Automobil Salon 1998 stellt Porsche die zweite Modell-Variante der neuen 911-Baureihe vor: das Cabriolet. Der offene Sportwagen, den Porsche seit 50 Jahren kultiviert, erreicht hier ein neues Maß an Vollkommenheit. Durch die Vielzahl seiner Sicherheitselemente ist das 911 Carrera Cabriolet ein neuer internationaler Maßstab an aktiver und passiver Sicherheit bei offenen Sportwagen.

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Beim Karosserie-Design des neuen Cabriolet konnten die Designer ihrer Kreativität freien Lauf lassen, weil die Arbeiten an Coupé und Cabriolet gleichzeitig begonnen haben. Dadurch wurde es möglich, das Profil des neuen offenen 911 konsequenter noch als bisher der unverwechselbaren Silhouette des Elfers anzugleichen. Das Ergebnis ist ein eleganteres Cabriolet mit einem vollversenkbaren Dach, das in geöffnetem Zustand unter einer Klappe verschwindet. Das Öffnen bzw. Schließen des Daches erfolgt innerhalb von 20 Sekunden elektrohydraulisch. Es gibt drei Möglichkeiten, diese Funktionen auszulösen: über einen Tastschalter auf der Mittelkonsole, über die Fernbedienung am Schlüssel oder durch das Drehen des Schlüssels im Türschloß über die Schließposition hinaus.

Die Entwicklung des 911 Carrera Cabriolet basiert auf einer engen Kooperation zwischen der Porsche AG und der Firma „Car Top Systems“ (CTS), einem Tochterunternehmen von Porsche. Die Verdecke des 911 und Boxster werden bei CTS in Korntal-Münchingen hergestellt und einbaufertig bei Porsche angeliefert. Das serienmäßige Hardtop wurde ebenfalls bei CTS konzipiert.

Die Ausführung des 911-Stoffdaches ist hochwertig, die Außenseite besteht aus dem eleganten, und unverwüstlichen Material „Sonnenland“. Nach innen ist das Verdeckgestänge durch einen Dachhimmel abgedeckt. Mit intensiver Feinarbeit senkten die Akustik-Experten die Windgeräusche des Stoffdaches auf ein Minimum.

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Auch die passive Sicherheit des neuen 911 Cabriolet ist mustergültig. Die komplett neu gestaltete neue Karosseriestruktur bietet nicht nur eine wesentlich höhere Festigkeit, sie ist in ihrer Konstruktion auch auf eine ganz gezielte Verformung bei Zusammenstößen ausgelegt. Full-Size-Airbags für Fahrer und Beifahrer sowie Dreipunkt-Automatikgurte für vier Passagiere gehören zur Serienausstattung. Seiten-Airbags mit je 30 Liter Volumen stehen auf Wunsch zur Verfügung. Die Besonderheit: Sie gewährleisten speziellen Schutz für Kopf, Brustkorb und Becken auch bei offenem Dach und heruntergelassenen Seitenscheiben. Porsche ist der einzige Hersteller, der Cabrio-taugliche Seiten-Airbags anbietet.

Serienmäßig vorhanden sind zwei Überrollbügel, die normalerweise diskret hinter den Rücksitzen versteckt bleiben. Sie werden durch Federdruck ausgelöst, wenn ein Neigungssensor das Risiko eines Überschlags feststellt. In Versuchen konnten die Porsche-Techniker nachweisen, daß die Bügel alle vier Insassen eines Cabriolets vor schweren Verletzungen bewahren können.

Zum serienmäßigen Lieferumfang des neuen Porsche 911 Cabriolet gehört ein Hardtop aus Aluminium mit einer heizbaren Heckscheibe aus Mineralglas. Das zweischalig ausgeführte Dach mit einer versteifenden Alu-Hutablage zeichnet sich durch besonders hohe Festigkeit, minimale Windgeräusche und das geringe Gewicht von 32 Kilogramm aus. Zwei Personen können es ohne große Mühe handhaben. Eine zuverlässige Befestigung auf der Karosserie erfolgt mit wenigen einfachen Handgriffen.

In den Grundzügen seiner Technik entspricht das Cabriolet dem Coupé. Die wesentlichen Komponenten der Karosserie, das Fahrwerk mit den Radaufhängungen aus Leichtmetall, der wassergekühlte Sechszylinder-Boxermotor und die Kraftübertragung durch ein Sechsganggetriebe oder die Fünfgang-Automatik Tiptronic S sind bei Coupé und Cabriolet identisch. Dadurch bietet das neue Cabriolet praktisch alle Vorzüge der neuen 911- Baureihe:

  • Die Fahrleistungen sind durch die höhere Leistung des wassergekühlten Boxermotors mit 3,4 Liter Hubraum und 300 PS (221 kW) nochmals besser als beim Vorgängermodell.
  • Die modernere Konstruktion des Motors schafft zugleich wesentlich günstigere Voraussetzungen für die zeitgemäßen Erfordernisse wie geringer Verbrauch und niedrige Schadstoff-Emission.
  • Die Fahrsicherheit und der Fahrkomfort profitieren erheblich von der konsequenten Weiterentwicklung des Fahrwerks, bei dem die tragenden Strukturen und alle Querlenker aus Aluminium bestehen.
  • Die neue Karosserie gewährt ein umfangreicheres Raumangebot. Der Innenraum ist vorn in der Breite großzügiger und bietet hinten mehr Kniefreiheit. Ein deutliches Plus an Kofferraum verbessert die Reisetauglichkeit.

Das 911 Carrera Coupé

Die Ingenieure und Designer im Porsche Forschungs- und Entwicklungszentrum Weissach folgten der eigenen Überzeugung, als sie den Porsche 911 für das 21. Jahrhundert auf der klassischen Linie weiterentwickelten. Die Kunden in aller Welt haben diesem Entschluß sehr eindeutig zugestimmt: Die Nachfrage nach dem Neuen übertrifft die Erwartungen. Noch bei keiner 911-Generation wurde – unmittelbar nach der Markteinführung – ein so großes Kaufinteresse registriert. Das Cabriolet, das nun die Modell-Familie erweitert, wird die Beliebtheit weiter steigern.

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Das Design des neuen 911 Coupé nimmt die Formensprache des Klassikers in allen wesentlichen Zügen auf. Aber die Stilmittel sind dezenter und eleganter. Die Kotflügel treten nicht mehr so prägnant hervor. Jene Breite, die Fahrwerk und Reifen eines modernen Hochleistungs-Sportwagens fordern, ist harmonisch in den Karosseriekörper eingeflossen. Auch bei der Überarbeitung der klassischen Silhouette fanden die Porsche-Designer einen Ansatzpunkt zur weiteren Verbesserung. Der Übergang von der Windschutzscheibe ins Dach ist heute fließender. Obwohl der neue 911 grundsätzlich auf der traditionellen Linie des erfolgreichsten Porsche bleibt, ist sein Erkennungswert als neues Modell, wie die Praxis zwischenzeitlich zeigt, außerordentlich hoch.

Gestrafft und geglättet auf der ganzen Linie hat der neue 911 eine wesentlich bessere Aerodynamik. Der Luftwiderstandsbeiwert sank von 0,34 auf 0,30. Obwohl die Karosserie breiter und die Stirnfläche größer wurde, bleibt der Luftwiderstand insgesamt kleiner als zuvor. Der Auftrieb an Vorder- und Hinterachse konnte auf mustergültig niedrige Werte gesenkt werden. Dies kommt der Fahrsicherheit bei hohen Geschwindigkeiten sehr zugute.

Die neue Karosserie bietet auch mehr Platz. Die Passagiere genießen mehr Ellbogenfreiheit und insgesamt ein großzügigeres Raumgefühl. Vor den Rücksitzen ist die Kniefreiheit ebenfalls größer geworden. Der vordere Kofferraum hat ein Volumen von 130 Liter, die Ablagemöglichkeit hinter den Rücksitzen konnte um 65 Liter zusätzlichen Stauraum vergrößert werden. Bei umgelegten Sitzen beträgt das Ladevolumen etwa 200 Liter.

Durch eine neue Gestaltung der tragenden Strukturen und durch den Einsatz spezieller, hochfester Blechsorten konnten die Techniker die sprichwörtliche Solidität der Porsche-Karosserie noch einmal deutlich festigen. Die Torsionsfestigkeit und Biegesteifigkeit sind um rund 50 Prozent höher. Die Verformbarkeit der Karosserie bei Unfällen ist größer. Crash-Tests bei Porsche haben gezeigt: Die Belastung der Insassen bleibt auch bei schweren Zusammenstößen gering.

Neuer Sechszylinder-Boxermotor

Nach mehr als 30 Jahren ersetzt ein wassergekühlter Sechszylinder-Boxermotor den traditionsreichen Vorgänger. Das neue Triebwerk ist bei kleinerem Hubraum leistungsfähiger: 3,4 Liter, 300 PS (221 kW) bei 6.800/min, maximales Drehmoment 350 Newtonmeter bei 4.600/min. Die Verbrauchswerte im Test und in der Praxis liegen niedriger als beim Vorgänger. Die Schadstoff-Emissionen im Abgas sind wesentlich geringer, und die gemessenen Werte unterschreiten auch die Euronorm deutlich. Der Geräuschpegel liegt ebenfalls klar unter künftigen Limits. Aber es ist immer noch ein unmißverständlicher Porsche-Sound zu hören.

Schaltgetriebe und Automatik sind neu entwickelt. Das Sechsganggetriebe wurde äußerlich kompakter, in seinen Radsätzen dem wachsenden Drehmoment angepaßt und insgesamt leichter. Die Automatik Tiptronic S hat beim neuen 911 fünf Stufen und vollzieht die Schaltwechsel noch spontaner.

Das Fahrwerk erfuhr eine systematische Weiterentwicklung. Die Zahnstangenlenkung rückte in eine für die Lenkgeometrie vorteilhaftere Position vor die Vorderachse. Die Radaufhängung vorn – nach dem System McPherson – hat nun statt starrer Dreieckslenker elastisch verbundene Querstreben und Längslenker. Dies erlaubt, besser als bisher, eine elastokinematische Vorspurkontrolle zur Stabilisierung des Eigenlenkverhaltens im Kurvengrenzbereich. Die an fünf Lenkern geführten Hinterräder ändern ebenfalls in der Kurve ihre Vorspurwerte und garantieren am Limit ein leicht untersteuerndes und wirksam abbremsendes Verhalten. Alle Radführungsteile und deren Trägerelemente bestehen aus Leichtmetall.

Das zweite Ziel der Feinarbeit am Fahrwerk war eine Verbesserung des Federungs- und des Abrollkomforts. Der Erfolg bei diesen Maßnahmen ist bei der normalen Fahrwerksabstimmung sehr deutlich und angenehm spürbar. Der neue 911 ist mehr denn je Grand Tourisme mit hervorragender Langstreckentauglichkeit. Als Alternative bietet Porsche eine Sportabstimmung an, die auch den Ansprüchen sportlich ambitionierter Fahrer gerecht wird. Die Überlegenheit dieses etwas härter abgestimmten Fahrwerks wird vor allem auf Rennstrecken deutlich. Auf der Nordschleife des Nürburgrings ist der neue 911 mit dem Sportfahrwerk um zehn Sekunden pro Runde schneller als der Vorgänger – ebenfalls mit den straffen Federn und Dämpfern ausgestattet.

Größere Räder und Bremsen

Die Bremsanlage erhielt zur weiteren Verbesserung der Standfestigkeit die beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans erprobten Vierkolben-Monobloc-Bremssättel aus Leichtmetall. Sie garantieren: maximale Verzögerung und minimales Fading. Die Räder des 911 wurden nicht zuletzt wegen der gewachsenen Bremsscheiben eine Nummer größer. Zur Serienausstattung gehören Aluräder mit 17 Zoll-Felgen. 18 Zoll-Felgen können als Mehrausstattung oder als Bestandteil des Sportpakets erworben werden.

Weiter wachsende Bedeutung kommt im Carrera der Elektronik zu. Das Management des wassergekühlten Sechzylinders obliegt komplett der Digitalen Motor Elektronik (DME). Der Zündverteiler ist weggefallen. Die Zündspannung kommt aus sechs einzelnen Zündspulen unmittelbar an die Zündkerzen. Die Gemischaufbereitung erfolgt über eine elektronisch geregelte Einspritzanlage, die jeden einzelnen Zylinder im Ansaugtakt (sequentiell) versorgt.

Computergestützt ist selbstverständlich auch das Antiblockiersystem (ABS). Mit den gleichen Informationen arbeitet das wahlweise erhältliche Automatische Brems Differential (ABD), das einzeln durchdrehende Antriebsräder über Bremseingriff zur Ruhe bringt und ein sicheres Anfahren auf Glätte ermöglicht. Das ABD ist kombiniert mit einer Traktionskontrolle (Traction Control = TC), die gegebenenfalls auch die Leistung des Motors zurücknimmt.

Die zunehmende Integration elektronischer Bauteile findet im Porsche Communication Management (PCM) einen neuen logischen Höhepunkt. Das mit einem Bildschirm ausgerüstete Gerät, in der Mitte des Armaturenbretts, das selbstverständlich auch für den Boxster lieferbar ist, faßt folgende Funktionen zusammen: Audio-Anlage mit CD-Spieler, Mobil-Telefon mit Freisprechanlage, Klima-Automatik einschließlich Luftverteilung, Bord-Computer mit Informationen über Verbrauch, Wegstrecke, Durchschnittsgeschwindigkeit etc. und Satelliten-Navigation mit Straßenkarte auf CD-ROM.

Porsche Boxster

Seit seiner Vorstellung im Herbst 1996 erreichte der Porsche Boxster hervorragende Beurteilungen und übertraf alle Verkaufserwartungen. Das technische Konzept des Boxster greift die Mittelmotor-Bauweise auf, die bei Porsche eine lange Tradition hat. Schon der erste – noch im österreichischen Gmünd – gebaute Prototyp 356/1 hatte einen Mittelmotor. Der erfolgreichste Porsche der frühen Jahre, der Spyder 550, folgte dem selben Prinzip, nach dem heute alle erfolgreichen Rennsportwagen konzipiert sind.

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Mit dem Boxster zeigt Porsche, daß sich das Mittelmotor-Konzept hervorragend auch auf alltagstaugliche Sportwagen anwenden läßt. Die beiden Kofferräume des Boxster haben mit 260 Liter mehr Volumen als irgendein Roadster dieser Klasse bieten kann. Bei der Entwicklung des Stoffverdecks legten die Ingenieure höchsten Wert auf geringe Windgeräusche. Bisher einzigartig ist die Zeit von nur zwölf Sekunden, in der sich das Dach per Kippschalter elektrisch öffnen bzw. schließen läßt. Dieser Mechanismus funktioniert – aus Sicherheitsgründen – nur bei angezogener Handbremse im Stand.

Das besondere Dicht- und Ableitsystem der Verdeckkonstruktion verhindert jegliches Eindringen von Nässe. Für die vollverzinkte Karosserie des Boxster wählten die Porsche-Konstrukteure, die aus dem Rennsport reichlich Erfahrung mit Aluminium und Kunststoff besitzen, klassisches Stahlblech. Denn ohne das Ziel des Leichtbaus zu vernachlässigen, sind mit Stahl günstige Verformungswerte beim Crash und problemlose Reparaturen garantiert.

Porsche-typisches Interieur

Das Serieninterieur zeigt die typischen Merkmale eines Porsche in einem zeitgemäß verjüngten Stil, wozu ganz selbstverständlich auch zwei Airbags gehören. Das Zündschloß ist – der Tradition verpflichtet – links neben dem Lenkrad. Das Armaturenbrett ist mit drei zentralen Kombi-Instrumenten kompakt, ohne den Porsche-Stil zu verleugnen. Mit der Geschwindigkeit nimmt es der Boxster besonders genau – sie wird analog und digital angezeigt. Zwei Sitztypen – beide mit elektrischer Lehnenverstellung – sind verfügbar: der sportlich-komfortable Seriensitz und der Sportsitz mit verstärkter Seitenführung.

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Der Motor des Boxster ist eine komplette Neukonstruktion. Nach Art des Hauses Porsche handelt es sich um einen Sechszylinder-Boxermotor. Das klassische Thema wurde den Forderungen unserer Zeit angepaßt: Wasserkühlung und Vierventiltechnik, die im Rennbetrieb beim 911 GT1 zur Reife kamen, helfen beim Serienauto den Verbrauch zu senken und die Schadstoff-Emission niedrig zu halten. Die Leistungsausbeute ist mit 150 kW (204 PS) bei 6.000/min und einem Hubraum von 2,5 Liter beispielhaft.

Das Drehmoment erreicht sein Maximum von 245 Newtonmetern bei 4.500/min, mehr als 200 Newtonmeter stehen zwischen 1.750 und 6.500/min zur Verfügung. Bei der Konstruktion des Sechszylinder-Boxermotors setzten die Porsche-Konstrukteure etliche Glanzlichter. Der Strom des Kühlwassers folgt den Vorbildern der Rennmotoren, dem Querstromprinzip, das alle Zylinder und Brennräume bei gleicher Temperatur hält. Der Fluß des Kühlwassers um die Zylinder und durch die Zylinderköpfe ist getrennt.

Die Kurbelwelle und die Nebenwellen zum Antrieb der Nockenwellen umgibt eine Lagerbrücke aus Aluminium/Grauguß in Verbundbauweise. Dieser harte Kern im zweigeteilten Leichtmetallgehäuse gewährleistet ein konstantes Lagerspiel bei wechselnden Temperaturen. Zudem senkt er durch seine schwingungsdämpfende Wirkung die mechanischen Geräusche des Motors. Die Ventilbetätigung erfolgt über vier obenliegende Nockenwellen und Tassenstößel mit hydraulischem Spielausgleich. Die Öffnungszeiten der Einlaßnockenwellen sind durch Stellglieder in den Antriebsketten variabel (Porsche-Patent Variocam). Der gesamte Ventiltrieb ist durch automatische Kettenspanner und den hydraulischen Spielausgleich wartungsfrei.

Einspritzung und Zündung werden durch eine Bosch Motronic M 5.2 gesteuert. Die Kraftstoffzufuhr erfolgt über je eine Düse pro Zylinder sequentiell, das heißt im Rhythmus der Zündfolge. Die Treibstoffmenge pro Arbeitstakt wird anhand einer Heißfilm-Luftmassen-Messung im Ansaugtrakt und über Lambda-Sonden mit einer besonders präzisen Stereo-Regelung bemessen.

Die Zündanlage ist vollelektronisch, sie arbeitet ohne mechanische Zündverteilung mit einer sogenannten ruhenden Verteilung über sechs Einzel-Zündspulen. Zur Anpassung an mindere Kraftstoff-Qualitäten als Super-Plus mit 98 ROZ verfügt die Zündelektronik über eine zylinderselektive Klopfregelung. Sie nimmt den Zündzeitpunkt einzelner klopfender Zylinder gegebenenfalls zurück. Die Boxster-Motronic wird ergänzt durch eine Onboard-Diagnose. Hierbei werden alle abgasrelevanten Bauteile permanent auf mögliche Fehler überprüft.

Tiptronic S mit fünf Gangstufen

Bei der Kraftübertragung haben die Käufer des Boxster die Wahl zwischen einem Fünfgang-Schaltgetriebe und (gegen Aufpreis) einer intelligenten Fünfgang-Automatik, die in ähnlicher Form auch im neuen 911 eingesetzt wird. Die Tiptronic S des Boxster zeichnet sich unter anderem durch eine einfache Handhabung aus. Im Automatik-Modus gibt es für den Wählhebel nur die Positionen „P, R, N, D“. Wird der Hebel aus der rechten Automatik-Gasse nach links in seine Position für manuelles Schalten gerückt, erfolgt die Wahl der Stufen grundsätzlich über die Tipptasten am Lenkrad.

Die Automatik orientiert sich beim Schalten an der Leistungsanforderung des Fahrers und wählt unter den fünf im Steuergerät abgelegten Programmen das für die jeweilige Fahrsituation am besten geeignete. Bei raschem Gaswegnehmen und beim Bremsen beispielsweise erkennt die Automatik die Absicht des Fahrers, zu verzögern, und schaltet konsequenterweise nicht hoch, sondern hinunter. Die Wandlerüberbrückung erfolgt nunmehr geregelt ab dem zweiten Gang nach einem Programm, das die Fahrpraxis berücksichtigt.

Das Fahrwerk des Boxster ist mit Radführungselementen aus Aluminium auf dem aktuellen Stand der Technik. Unter konsequenter Anwendung des Gleichteilekonzepts wurde mit zwei Achskonstruktionen nach dem Prinzip McPherson eine wirtschaftlich und zugleich raumsparende Lösung gefunden.

Ein hohes Maß an Fahrsicherheit im Grenzbereich erzielten die Porsche-Techniker durch elastokinematische Korrekturen der Vorspurwerte in der Kurve an Vorder- und Hinterachse. Negative Vorspur vorn und positive Vorspur hinten bewirken ein mit wachsender Querbeschleunigung zunehmendes Untersteuern, das den Boxster problemlos abbremst. Die Zahnstangenlenkung wird hydraulisch unterstützt. Ihre Auslegung wurde so gewählt, daß bei hoher Geschwindigkeit ein sicherer Geradeauslauf und bei extremer Kurvenfahrt ein agiles Einlenkverhalten garantiert ist.

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Bremsen wie im Rennwagen

Die Bremsanlage verfügt über reinrassige Renntechnik modernster Bauart. Im Boxster kommen – wie beim 911 – Leichtmetall-Vierkolben-Bremssättel in Monobloc-Bauweise zum Einsatz. Die einteiligen Sättel mit besonders hoher Formsteifigkeit finden auch im 600 PS starken Supersportwagen 911 GT 1 und in der Formel 1 Verwendung. Die Bremsscheiben sind vorn und hinten innenbelüftet. Das serienmäßige Antiblockiersystem (ABS 5) entspricht dem neuesten Stand der Technik. Zwei zusätzliche Aufwertungspakete ermöglichen es dem Kunden, das Interieur des Boxster individueller zu gestalten. Das Ausstattungspaket ‘Trend’ setzt im Innenraum dezente farbliche Akzente mit der Farbe graffitigrau anthrazit.

Der Trend-Boxster ist ausschließlich in den Außenfarben zenithblaumetallic und libelltürkismetallic lieferbar. Das ´Verdeck ist graffitigrau, die Sitze sind mit dem Trendstoff graffitigrau/anthrazit überzogen, Lenkrad, Handbremshebel, Türzuziehgriffe und der Schaltknauf werden mit schwarzem Leder geliefert. Mit einer neuartigen graffitigrauen Folie sind Schalttafel, Türverkleidungen, Deckel auf der Mittelkonsole, Instrumenten-Abdeckung und Airbagdeckel bezogen. In Wagenfarbe lackiert sind die Instrumentenringe, die A-Säulenverkleidung, die Türrohre, der Überrollbügel und der Einsatz des Schalthebelknopfes (bei Tiptronic: Entriegelungstaste).

Das Paket ’Sport Design‘ bringt die Farbe metallgrau in den Innenraum. Mit ihr sind das Instrumentenbrückenunterteil, die Instrumentenringe, Schalterblenden, Mittelluftdüse, Sitzschalen, Schalterblenden der Sitze, die Sitzbeschläge (außen), die Türröhre links und rechts, die Blende vor dem Türöffner, die Türablagefach-Deckel und der Einsatz des Schalthebelknopfes lackiert.

Der Fahrer dreht an einem neuen 3-Speichen-Airbaglenkrad in schwarzem Leder, die Sportsitze sind ebenfalls mit schwarzem Leder bezogen, ebenso Handbremshebelgriff, Schaltknauf, Beifahrer-Airbagdeckel, Überrollbügel-Verkleidung, Mittelkonsolendeckel und Instrumentenoberteil. Mit schwarzer Rautenfolie bezogen sind die Seitenteile bei der vorderen Mittelkonsole, die Schalttafel und die Türverkleidungen.

Eine noch sportlichere Abstimmung auf Wunsch

Ein zusätzlich erhältliches Paket ’Sport Technik‘ umfaßt die Traktionskontrolle, eine straffere Feder-, Stoßdämpfer- und Stabilisatoren-Abstimmung, Tieferlegung sowie 17 J-Räder im Format 205/50 ZR 17 (vorn) und 255/40 ZR 17 (hinten). Seiten-Airbags sind zur weiteren Steigerung der passiven Sicherheit für den Boxster als Extra zu haben. Sitze mit elektrischer Verstellung und Memory-Einstellung sind – wie beim 911 – auch für den Boxster erhältlich.

Das Porsche Communication Management ist ebenfalls für den Boxster verfügbar: In diesem Gerät sind in der Mitte des Armaturenbretts die Bedienelemente für Radio, Klimaanlage, Mobiltelefon, Bordcomputer und Navigationssystem zusammengefaßt. Eine Einparkhilfe mit vier Abstandssensoren in der Heckverkleidung gibt es als Mehrausstattung für häufige Stadtfahrer. Auf Wunsch steht als sportliche Alternative zum Serien-Volant eine neues Dreispeichen-Lenkrad zur Verfügung, auch mit Tiptronic S-Tasten und selbstverständlich mit Airbag.

Die Seitenairbags des 911 und Boxster

Bei der Verbesserung passiver Sicherheitssysteme im Auto setzt Porsche neue Maßstäbe. Mit dem Serienanlauf des neuen 911 Carrera kam erstmals das POSIP-System zum Einsatz, das selbstverständlich auch für den Boxster und das 911 Cabriolet lieferbar ist. POSIP bedeutet „Porsche Side Impact Protection“. Es handelt sich dabei um neuartige Seiten-Airbags, die Fahrer und Beifahrer umfangreicheren Schutz gewähren, als dies bei den bisherigen Seiten-Airbags üblich ist. Das Besondere dabei: Die beiden Luftsäcke sind so gestaltet, daß sie ihre Schutzwirkung auch in einem offenen Cabriolet entfalten können. Nur Porsche bietet Cabrio-taugliche Seiten-Airbags an.

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Die in der Türtafel untergebrachten Airbag-Module unterscheiden sich zudem von anderen durch ihr in aufgeblasenem Zustand besonders großes Volumen. Mit jeweils 30 Liter Inhalt bieten diese großen Airbags bei seitlichen Karambolagen den Insassen nicht nur den üblichen Schutz im Bereich der Schultern. Beim POSIP-System fängt der Airbag den Körper vom Becken bis zum Kopf einschließlich auf. Dieses überlegene Maß an Sicherheit gewährleistet POSIP durch das überdurchschnittlich reichliche Volumen des Airbag bei jeder Position des Sitzes auf seiner Längsverstellung.

Gefüllt werden die Seitenairbags jeweils von einem Hybridgas-Generator. Der Pyrotechnik-Anteil ist bei dieser Ausführung nur noch minimal, er dient im wesentlichen zur Öffnung des Ventils, das aus einem Druckbehälter eine Füllung mit den Edelgasen Argon und Helium in den gasdichten Airbag strömen läßt. Ausgelöst werden die beiden Seitenairbags bei einem Zusammenstoß von einem Sensor am Schweller unter der Tür.

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