GM Design seit 1927

Das erste „Design“-Auto

1926 beauftragte der damalige Chef von Cadillac, Lawrence Fisher (stehend im Foto), Harley Earl (am Steuer) mit dem Design seines künftigen Einstiegsmodells – dem LaSalle. Der extravagante junge Earl, der damals noch als Karosseriebauer für Hollywood-Stars Spezialkutschen fertigte, entwickelte den LaSalle als harmonisches Ganzes. Das Auto unterschied sich dramatisch vom fragmentartigen und zusammengesetzten Look der meisten anderen Autos dieser Zeit und war ein grandioser Erfolg.

Das erste professionelle Studio

Nach dem Erfolg des LaSalle im Jahr 1927 stellte Alfred Sloan, GMs visionär denkender Präsident, Harley Earl an und gründete eine Design- Abteilung – die „Art &Color Section“. Dort setzte Earl Designmethoden, -hilfsmittel und -strukturen ein, die auch heute noch Anwendung finden. Seine Abteilung wurde zur weltweit ersten und einzigen Automobildesignschule.

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Das erste Konzeptfahrzeug

Der Buick Y-Job aus dem Jahre 1938 war das erste Auto, das ausschliesslich als Ausdruck zukunftsträchtiger Styling-Ideen konzipiert worden war. Der Wagen, der von Chefdesigner Harley Earl entwickelt wurde,war das erste „Konzeptfahrzeug“ der Geschichte. Das stromlinienförmige Design des Y-Job bestach durch glatte, organisch wirkende Formen, die alle Elemente integrierten. Sogar das Verdeck verschwand komplett in der Karosserie!

1938 Buick Y-Job

1938 – Buick Y-Job

Und die Welt träumte von Autos …

Zwölf Jahre vergingen, bis GM sein zweites Konzeptfahrzeug vorstellte, den Buick LeSabre – ein Auto, das an das F-86 Sabre Kampfflugzeugs anlehnte. Der LeSabre löste ein gewaltiges Interesse aus und solche Traumautos waren sofort heiss begehrt. Die Menschen wollten an eine grossartige Zukunft glauben. Earl konnte dadurch seiner Genialität freien Lauf lassen und entwickelte in den 50er Jahren viele legendäre Konzeptfahrzeuge.

1951 GM Le Sabre

1950 – Buick LeSabre

Ein goldenes Zeitalter

Um die Rolle der Konzeptfahrzeuge bei der Kundengewinnung zu erweitern, schuf GM die „Motoramas“ – eigene Wanderausstellungen für seine Autos – die landesweit schon bald zu einem Begriff wurden. Auf jeder Motorama wurden zahlreiche Konzeptfahrzeuge vorgestellt. Parallel zum „ersten goldenen Zeitalter“ des Automobildesigns fanden zwischen 1949 und 1961 acht Motoramas statt, die mehr als zehn Millionen Besucher anlockten.

Detroit als Wegbereiter

GM expandierte schon recht früh nach Europa. 1925 wurde Vauxhall übernommen, 1929 Opel. Harley Earl lag daran, dass Vauxhall und Opel von eigenen Design-Einrichtungen profitieren konnten. Die von ihm 1930 gegründeten Studios besuchte er regelmässig, um den dortigen Mitarbeitern seine Ideen,Visionen und Methoden zu vermitteln – wie z.B. das Modellieren mit Ton (Bild: Vauxhall-Studio Ende der 40er-Jahre).

Die Firebird-Story

Die experimentellen, von Gasturbinen getriebenen GM Firebirds zählen zu den herausragendsten Konzeptfahrzeugen, die je für die Motorama entwickelt wurden. Jedes Modell hat dabei seinen eigenen Schwerpunkt: der Firebird I aus dem Jahr 1953 zielt auf Leistung ab, der Firebird II aus dem Jahre 1956 verkörpert die Langstrecken-Familienlimousine der Zukunft, und der per Joystick gesteuerte Firebird III aus dem Jahre 1958 ist ein hoch entwickeltes Labor auf Rädern!

1958 GM Firebird III

1958 GM Firebird III

Ein Konzeptfahrzeug geht in Serie

Dieser Klassiker des amerikanischen Designs wurde auf der Motorama im Jahr 1953 vorgestellt. Er war der Vorreiter einer ganzen Reihe sagenhafter Sportwagen und zugleich das erste Konzeptfahrzeug, das in Serie ging. Die Corvette war zudem das erste Serienfahrzeug mit einer Glasfaserkarosserie, dank derer die überwältigende Nachfrage durch den Erfolg an der Motorama rasch befriedigt werden konnte.

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1953 – Chevrolet Corvette

1200 Mitarbeiter im Design-Bereich

In den 50er Jahren war das Styling mehr denn je GMs Königsdisziplin. 1956 beschäftigte Earl 1.200 Mitarbeiter, die in völlig neuen Design-Einrichtungen im 125 Mio. USD teuren Technical Center in Warren untergebracht wurden. Der ausserhalb von Detroit gelegene Industriepark wurde von Eero Saarinen als der erste seiner Art konzipiert. Auch heute ist GM Design noch dort ansässig.

Die ersten weiblichen Designer

Am Anfang schien das Automobildesign eine reine Männerdomäne zu sein. Bis in den 50er Jahren hatte sich die Gesellschaft jedoch dramatisch verändert. Earl erkannte, dass die Automobilindustrie von weiblichem Input profitieren würde, und stellte die erste Designerin überhaupt an (Bild: Earl und die „Damsels of Design“ im Jahr 1958).

Das Ende einer Ära

Der Cadillac Eldorado aus dem Jahr 1959 beschloss und gewann den „Wettstreit der Heckflossen“ der Autohersteller. Die 97 cm hohen Heckflossen waren ein Rekord! Dennoch standen sie für das Ende des bewusst dekorativen Stylings und waren gleichzeitig auch das letzte Projekt in Earls 31 Jahren als Leiter von GM Design. Earl hinterliess einen komplett etablierten Designprozess und unvergessliche Fahrzeuge.

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1959 – Cadillac Eldorado

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